3CX mit Telekom CompanyFlex verbinden
CompanyFlex ist der aktuelle SIP-Trunk der Deutschen Telekom für Geschäftskunden und wird von 3CX über ein offizielles Provider-Template unterstützt. Dieser Guide zeigt die Einrichtung und die häufigsten Stolperfallen bei der Registrierung.
Wofür ist das und wann brauche ich das?
Relevant für Unternehmen in Deutschland, die einen CompanyFlex-Anschluss der Telekom bereits haben oder bestellen und ihre 3CX-Anlage direkt darüber anbinden wollen.
Voraussetzungen
- 3CX PRO oder AI Edition, selbst gehostet
- Aktiver CompanyFlex-Vertrag mit SIP-Trunk-Option
- Nach Möglichkeit eine statische öffentliche IP-Adresse — bei dynamischer IP kann die Telekom-seitige Registrierung instabil werden
Schritt-für-Schritt-Einrichtung
- Anschlussvariante wählen: In 3CX unter Trunks & Chat → + Trunk je nach Anbindung „Deutsche Telekom (CompanyFlex – Cloud)" (bei Anbindung über eine reguläre Internetverbindung) oder „Deutsche Telekom (CompanyFlex – VoiceData)" (bei Anbindung über eine Telekom-eigene Datenverbindung) auswählen.
- Primary Proxy eintragen: Im Tab „Allgemein" als Registrar/Server den kontospezifischen Hostnamen aus dem Telekom-Kundenportal übernehmen (Format ähnlich
[Kundennummer].primary.companyflex.de) — dieser ist pro Kunde individuell, es gibt keinen universellen Proxy-Hostnamen. - Trunk-Hauptnummer im vom Telekom-Portal vorgegebenen Format (E164) eintragen.
- Authentifizierungspasswort aus dem Kundenportal übernehmen.
- Transportprotokoll: Bei Anbindung über eine Telekom-Internetverbindung ist eine Registrierung via TCP möglich — im Zweifel die Vorgabe aus dem 3CX-Template übernehmen.
- DIDs zuordnen: Rufnummern im Tab „DID-Nummern" hinterlegen und in der Anrufverwaltung einer Rufgruppe, Warteschleife oder digitalen Rezeption zuweisen.
- Testanrufe ein- und ausgehend durchführen.
Cloud vs. VoiceData — welche Variante passend ist
Die Unterscheidung zwischen den beiden CompanyFlex-Varianten ist keine Formalität, sondern bestimmt direkt, welche Netzwerkroute der SIP-Traffic nimmt:
- CompanyFlex – Cloud: Für 3CX-Server, die über eine reguläre Internetverbindung erreichbar sind (Rechenzentrum, Cloud-VM, Standard-Business-Internet).
- CompanyFlex – VoiceData: Für Anschlüsse, bei denen die Telekom selbst die Datenverbindung zum Standort stellt — der SIP-Trunk läuft dann über diese dedizierte Verbindung statt über das offene Internet.
Eine falsch gewählte Variante ist eine der häufigsten Ursachen für „der Trunk hat vorher funktioniert, jetzt plötzlich nicht mehr" nach einem Anbieterwechsel oder Umzug.
Migration von ISDN oder älteren Telekom-Trunks
Für Unternehmen, die noch auf älteren ISDN-Anschlüssen oder Vorgänger-SIP-Produkten der Telekom laufen: CompanyFlex ist der aktuelle Nachfolger. Eine Migration sollte mit ausreichendem Vorlauf geplant werden — Rufnummernportierung und Vertragswechsel bei der Telekom benötigen üblicherweise mehrere Wochen Vorlauf, parallel dazu kann die 3CX-seitige Konfiguration bereits vorbereitet und getestet werden.
Häufige Fehler und Lösungen
Trunk registriert sich nicht
Die Telekom kann bei dynamischer öffentlicher IP-Adresse eine stabile Registrierung erschweren, da eine gleichbleibende öffentliche IP erwartet wird. Erste Prüfung: Hat sich die öffentliche IP seit der letzten funktionierenden Registrierung geändert? Bei DSL-Anschlüssen mit Zwangstrennung ggf. eine feste IP-Option beim Provider hinzubuchen oder auf DynDNS mit entsprechender Trunk-Konfiguration ausweichen.
Primary Proxy „nicht erreichbar"
Meist ein Tippfehler im kontospezifischen Hostnamen — dieser wird individuell pro Kunde vergeben und unterscheidet sich von Anschluss zu Anschluss. Hostname direkt aus dem Telekom-Kundenportal kopieren, nicht aus einer generischen Anleitung übernehmen.
NAPTR/DNS-Registrierungsprobleme bei CompanyFlexCloud
In Einzelfällen wurden Registrierungsprobleme im Zusammenhang mit NAPTR-DNS-Einträgen bei der Cloud-Variante von CompanyFlex berichtet. Bei anhaltenden Problemen: DNS-Auflösung des Primary-Proxy-Hostnamens gezielt mit dig prüfen und mit dem Telekom-Support gegenchecken.
Falsche Anschlussvariante gewählt
Wird „CompanyFlex – VoiceData" gewählt, obwohl der Server nur über eine reguläre Internetverbindung angebunden ist (oder umgekehrt), schlägt die Registrierung fehl oder verhält sich instabil. Anschlussart beim Telekom-Vertrag gegenprüfen.
Best Practices
- Wo möglich statische öffentliche IP-Adresse nutzen — reduziert Registrierungsprobleme erheblich
- QoS/DSCP für Sprachpakete am Router aktivieren
- Redundanten zweiten Trunk bei einem weiteren Provider für geschäftskritische Telefonie einplanen
- Primary-Proxy-Hostname und Zugangsdaten nach jeder Vertragsänderung im Telekom-Portal auf Aktualität prüfen
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